Finale furioso bei der Federfußball-EM

Auf drei Medaillen hatten die deutschen Federfußballer bei der Europameisterschaft im ungarischen Kistelek gehofft. Am Ende wurden es gar fünf – und eine davon sogar golden. Denn am Finaltag der EM sorgte Torben Nass von Flying Feet Haspe noch getreu dem Motto „Das Beste kommt zum Schluss“ für einen besonderen Glanzpunkt: der Student deklassierte im Endspiel des Einzels den ungarischen Rekord-Europameister Gabor Toth mit 21:12 und 21:18 und setzte sich die kontinentale Krone auf. Bei den Damen reicht es für Franziska Oberlies von Flying Feet Haspe nicht zum Edelmetall. Sie belegt den undankbaren vierten Platz.

„Torben hat das Finale klar dominiert und nie einen Zweifel am Ausgang gelassen“, bilanzierte David Zentarra, der eigentlich für Deutschland im Einzel antreten sollte. Doch der amtierende Europameister aus Reihen des FFC Hagen hat die EM-Teilnahme wegen einer Knieverletzung absagen müssen. Erst dadurch wurde der Startplatz für Torben Nass überhaupt frei.

Torben Nass besteigt Europas Thron im Einzel. (Foto David Zentarra)
Torben Nass besteigt Europas Thron im Einzel. (Foto David Zentarra)

„Sensationell, dass Deutschland nun zum zweiten Mal in Folge den Europameister in der Königsdisziplin stellt“, freute sich Zentarra für Torben Nass. Der junge Hasper war überaus konzentriert in die Konkurrenz gestartet. In der Vorrunde machte er zunächst beim 21:9, 21:9 Sieg kurzen Prozess mit dem Österreicher Martin Holzapfel. Im seiner zweiten Partie setzte sich der deutsche Nationalspieler mit 21:14 und 21:17 gegen den finnischen Routinier Pekka Marjamäki durch, um dann den Italiener Francesco Colombo mit 21:8 und 21:3 in die Schranken zu weisen. Im EM-Halbfinale konnte Nass anschließend den Slowaken Sebastian Költö locker mit 21:7 und 21:13 aus dem Rennen werfen.

Mit dem Finalsieg über den Ungarn Gabor Toth krönte der junge Hasper schließlich seine herausragende EM. Gleichzeitig komplettierte er seinen persönlichen Medaillensatz nach Bronze im Mixed-Doppel mit Lina Marie Kurenbach und Silber mit den Herren an der Seite von Christopher Zentarra, Stefan Blank und Sven Walter mit der Goldmedaille.

Franzsika Oberlies (vierte v.l.) verpasste als Vierte den Sprung auf das Treppchen. (Foto David Zentarra)
Franzsika Oberlies (vierte v.l.) verpasste als Vierte den Sprung auf das Treppchen. (Foto David Zentarra)

Derweil blieb seiner Vereins- und Nationalmannschaftskollegin Franziska Oberlies im Einzel nur der undankbare vierte Rang. Dabei hatte sie eigentlich einen guten Start in den Finaltag erwischt. In einem packenden Dreisatzmatch kämpfte sie die Italienerin Sor Angi de Pasquale 24:22, 20:22, 21:16 nieder. Doch damit endete auch ihre Erfolgsserie. Sowohl beim 18:21, 8:21 gegen die Französin Justine Crapanzano als auch gegen die Polin Slywia Miazga zog die Hagenerin mit 16:21, 15:21 den Kürzeren. Zum Abschluss musste die Hasperin noch eine 9:21, 13:21 Niederlage gegen die neue Europameisterin Reka Kunics aus Ungarn einstecken. Als Trost blieb ihr zumindest die Silbermedaille, die sie im Doppel an der Seite von Lina Marie Kurenbach gewann.

Alles in allem blickt der Deutsche Federfußballbund auf eine starke EM zurück. Mit insgesamt fünf Medaillen (einmal Gold, dreimal Silber, einmal Bronze) sowie einem vierten Platz belegte die von David Zentarra gecoachte und von Philipp Münzner und Philipp Graefenstein betreute DFFB-Auswahl mit Lina Marie Kurenbach, Franziska Oberlies, Stefan Blank, Christopher Zentarra, Sven Walter und Torben Nass hinter den abermals starken Ungarn und vor der Slowakei Platz 2 in der Nationenwertung.

Bild oben:  Die DFFB-Auswahl mit (v.l.) Philipp Münzner, Lina Marie Kurenbach, Stefan Blank, Torben Nass, Christopher Zentarra, Franziska Oberlies, David Zentarra und Sven Walter belegte bei der EM Platz 2 in der Nationenwertung. (Foto Philipp Graefenstein)